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FORSCHER Mittelstand – Zukunft gemeinsam gestalten

PStS Thomas Bareiß (m.) und AiF-Präsident Prof. Sebastian Bauer (l.) im Gespräch mit Moderator Sven Preger

AiF-Präsident Bauer und der Moderator (v.l.)

And the winner is …

Die Otto von Guericke-Preisträger 2020: Steffen Nothelfer und Dr. Karl Stock (v.l.)

Die Preisträger im Interview

Technik „Corona-konform“

In diesem Jahr ist alles anders. Coronabedingt fand auch die Verleihung des Otto von Guericke-Preises 2020 der AiF am 28. Oktober als Online-Event statt. Live und in Farbe aus dem Kölner Schokoladenmuseum und sogar von zu Hause oder überall, wo es sonst einen Internetzugang gibt, konnte die Preisverleihung verfolgt und auf die Gewinner angestoßen werden.

Die AiF vergibt den mit 10.000 Euro dotierten Otto von Guericke-Preis seit 1997 einmal im Jahr für besondere Innovationsleistungen auf dem Gebiet der vorwettbewerblichen Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF). Die IGF wird von der AiF und ihren Forschungsvereinigungen organisiert und Projekte der IGF werden vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) mit öffentlichen Mitteln finanziert.

Stärkung der IGF = Stärkung des Mittelstands

AiF-Präsident Professor Sebastian Bauer hieß die Gäste an ihren Bildschirmen willkommen und zeigte sich gespannt, wie die erste Online-Preisverleihung der AiF verlaufen werde. In einem Gespräch, das Moderator Sven Preger gemeinsam mit Thomas Bareiß, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie und Beauftragter der Bundesregierung für Tourismus und für Mittelstand, und ihm führte, unterstrich der AiF-Präsident, dass es derzeit einen Antragsanstieg bei der IGF von rund 23 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gebe. Das sei sehr erfreulich, „weil wir wissen, dass innovierende Unternehmen stabiler aus einer Krise hervorgehen“. Bauer weiter: „Indem der Mittelstand innovativ bleibt, kann er zur schnelleren Überwindung der Corona-Krise beitragen. Innovationen entstehen häufig mithilfe der Forschungsförderung des Bundes. Der Forschungsbedarf mittelständischer Unternehmen spiegelt sich in den Forschungsprojekten der IGF wider, und der Bedarf ist erfreulicherweise da, wie die steigenden Antragszahlen zeigen. Stärkt man die IGF, stärkt man also den Mittelstand und die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. Aus diesem Grund wünsche ich mir für die kommenden Jahre kontinuierliche und damit planbare Aufwüchse für die mittelstandsorientierte, themenoffene Forschung und Entwicklung ähnlich dem Pakt für Forschung und Innovation für das Wissenschaftssystem.“

IGF-Projekt des Jahres 2020 erhält Otto von Guericke-Preis der AiF

Im Rahmen der Verleihung des Otto von Guericke-Preises präsentierten drei Finalisten ihre besonders innovativen IGF-Forschungsarbeiten. Sie waren vom Wissenschaftlichen Rat (WR) der AiF ausgewählt worden und hatten die Jury mit einem besonders hohen Erkenntnisgewinn, aber auch mit der großen wirtschaftlichen Bedeutung der Ergebnisse für mittelständische Unternehmen überzeugt. Die Finalisten und ihre IGF-Projekte wurden in Kurzfilmen und anschließenden Interviews vorgestellt.

Die diesjährigen Preisträger, Dr. Karl Stock und Steffen Nothelfer vom Institut für Lasertechnologien in der Medizin und Messtechnik (ILM) an der Universität Ulm, haben ein neuartiges Verfahren zur Hautkrebsfrüherkennung entwickelt. Mithilfe eines multifokalen hyperspektralen Kamerasystems können Vorstufen bösartiger Melanome und kleinste Unterschiede in der Mikrostruktur des Gewebes zuverlässig detektiert werden. Das vom AiF-Mitglied Forschungsvereinigung Feinmechanik, Optik und Medizintechnik e.V.  (F.O.M.) koordinierte IGF-Projekt macht es möglich, die Diagnostik nicht nur präziser, sondern auch kostengünstiger und einfacher durchzuführen. Der WR-Vorsitzende der AiF, Professor Bernd Sauer, betonte die hohe wissenschaftliche aber auch volkswirtschaftliche Relevanz des IGF-Projekts.

PStS Bareiß gratulierte den Gewinnern

PStS Thomas Bareiß gratulierte den Gewinnern und Finalisten in einer Live-Schaltung aus dem Bundeswirtschaftsministerium und sagte: „Deutschland steckt voller neuer Ideen. Das beweist auch der diesjährige Otto von Guericke-Wettbewerb mit seinen vielfältigen Bewerbungen. Von der Hautkrebserkennung über passgenaue Implantate bis hin zu Heizhauben für Windkrafträder: Unterschiedlicher könnten die Innovationen kaum sein. Ich freue mich, den Preisträgern ganz herzlich zu gratulieren! Die IGF ist eine Erfolgsgeschichte. Ich danke allen Beteiligten für ihr großes Engagement!“

Weitere Gratulanten waren Professorin Antje Boetius und der Vorjahresgewinner des Otto von Guericke-Preises, Dr. Lars Molter. Antje Boetius ist Wissenschaftliche Direktorin des Alfred Wegener Instituts – Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung sowie Vorsitzende des Lenkungsausschusses der Initiative Wissenschaft im Dialog (WiD), zu deren Gründungsmitgliedern die AiF gehört. Sie hob hervor, dass die industrienahe Forschung und technische Innovationen wichtige Beiträge zur Gestaltung unserer Zukunft leisten.

Lars Molter sandte ebenfalls Grüße an die Finalisten. Er hat auf der Basis der Ergebnisse des im vergangenen Jahr ausgezeichneten IGF-Projekts das Unternehmen Hyconnect GmbH in Hamburg gegründet. Die Firma bietet innovative Verbindungselemente für Faserverbundwerkstoffe und Metall an und hat vor wenigen Tagen einen Deal in der „Höhle der Löwen“, einer Gründershow des Fernsehsenders Vox, abschließen können, um den nächsten Wachstumsschritt einzuleiten.

Weitere Informationen zum IGF-Projekt des Jahres 2020 finden Interessenten in einer ausführlichen Presseinformation und einem vierminütigen Film zum Projekt, der – ebenso wie die Filme zu den beiden weiteren Finalisten – im AiF-Medienraum verfügbar ist.

Die gesamte Veranstaltung gibt´s als Videomitschnitt im Medienraum der AiF-Website. (di)