Bundeshaushalt 2027: AIF fordert Rückendeckung für das Rückgrat der deutschen Wirtschaft

Reichstagsgebäude mit Paul-Löbe-Haus
Berlin/Köln, 9. Juli 2026 – „Die Mittelstandsforschung braucht Rückendeckung statt Kürzungen. Die sich abzeichnenden Einschnitte sind inakzeptabel“, reagiert Thomas Reiche, Vorstand der AIF – Allianz für Industrie und Forschung e.V., auf die Zahlen im aktuellen Bundeshaushaltsentwurf 2027. „Es ist der falsche Weg, in einer derart wirtschaftlich angespannten Situation ausgerechnet bei den Programmen zu kürzen, die auf Innovationen aus dem Mittelstand, dem Rückgrat der deutschen Wirtschaft, einzahlen“, führt Reiche fort. Laut Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) machen mittelständische Unternehmen 99 Prozent der deutschen Wirtschaft aus.
Für die Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF), das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM), das Innovationsprogramm für Geschäftsmodelle und Pionierlösungen (IGP) und die Förderung der Innovationskompetenz mit gemeinnützigen Industrieforschungseinrichtungen (INNO-KOM) – alles BMWE-Förderprogramme für die angewandte Forschung –
sind erhebliche Kürzungen angedacht. Die Regierung plant im kommenden Jahr für ZIM und IGP 539 Millionen Euro; im 2026er Haushalt waren es noch 558 Millionen Euro. Massiv wären die Einschnitte auch bei der IGF: Hier soll 2027 um 11,5 (2026: 178,5 Millionen Euro) auf 167 Millionen Euro gekürzt werden. INNO-KOM würde 65 Millionen Euro im kommenden Jahr erhalten; 2026 wurden hier noch 71,5 Millionen Euro vergeben.
„Katalysatoren im deutschen Innovationsystem“
Mit Bezug auf die europaweit einzigartige Gemeinschaftsforschung betont Reiche die Schlüsselrolle der Forschungsvereinigungen der AIF und beschreibt sie als „Katalysatoren im deutschen Innovationssystem“. Er erklärt: „Sie sind das Dach, unter dem mittelständische Unternehmen gemeinsam mit Hochschulen und außerhochschulischen Forschungseinrichtungen ergebnisorientiert forschen können. Förderungen wie die der IGF oder des ZIM schaffen die Voraussetzungen dafür, dass innovative Produkte und Technologien schnell, praxisnah und bedarfsgerecht entwickelt werden. Sie machen sichere Batteriekästen für E-Autos, Grünen Wasserstoff in der Glasherstellung, Palmölalternativen in Backwaren, Düngemittel aus Hüttenschlacken oder wärmereflektierende Möbel erst real.“ Hier liege das klare Potenzial für den Aufschwung und eine dauerhafte Weltmarktfähigkeit des deutschen Mittelstands.
Zu dem am 7. Juli 2026 vom BMWE beschlossenen Antragsstopp für das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand macht der AIF-Vorstand deutlich: „Das bremst Innovationen aus dem Mittelstand in der aktuell schwierigen wirtschaftlichen Lage sehr stark aus. Das ZIM gilt als Flaggschiff unter den Förderprogrammen für den Mittelstand. Die AIF steht zur Verfügung, um gemeinsam eine Lösung zugunsten des forschenden Mittelstandes zu finden. ZIM muss offen bleiben!“
AIF fordert eine Milliarde für die Industrieforschung
Laut AIF, die seit mehr als sieben Jahrzehnten als Brückenbauer zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik agiert, wäre eine Milliarde Euro für die Mittelausstattung der BMWE-Forschungsförderprogramme nötig: 600 Millionen Euro für das ZIM, 300 Millionen Euro für die IGF und 100 Millionen Euro für INNO-KOM.
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Download Fotos: Reichstagsgebäude mit Paul-Löbe-Haus (© AIF, 1,8 MB) und Portraitbild Thomas Reiche, AIF-Vorstand (© FEhS)



