Forschungskuratorium Textil auf der Messe „Heimtextil“

Kategorien: News AIFPublished On: 8. Januar 2026
Symbolbild: Stoffballen in verschiedenen Farben

8.1.2026 – Das Forschungskuratorium Textil e.V. (FKT) wird vom 13. bis 16. Januar 2026 auf der Messe „Heimtextil“ in Frankfurt am Main sein Engagement für die industrielle Forschung vorstellen. Die „Heimtextil“ ist die globale Branchen- und Orderplattform für Wohn-, Objekttextilien und textiles Design. Interessierte Textilprofis erhalten in zahlreichen Talks, Tours und Sonderpräsentationen aktuelles Fachwissen, Informationen zu textiler Nachhaltigkeit, zu den neuesten Innovationen und erleben den direkten Austausch mit Expertinnen und Experten.

„Das FKT präsentiert an einem Gemeinschaftsstand des Gesamtverbandes der deutschen Textil- und Modeindustrie im Foyer der Halle 4.1 der Messe Frankfurt mehrere konkrete Forschungsprojekte, die unter dem Dach der Forschungskuratoriums realisiert werden/wurden. Sie spiegeln auf der aktuellen ‚Heimtextil‘ die Zukunftsfähigkeit deutscher Unternehmen dieser Branche wider“, erklärt Johannes Diebel, FKT-Geschäftsführer und Präsidiumsmitglied der AIF.

Intelligente Textilien am Gemeinschaftsstand

Vier von dem FKT koordinierte Forschungsprojekte der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF), einem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie finanzierten Förderprogramm, werden dem Messepublikum präsentiert. Darunter sind aus Textilien hergestellte Druck- und Näherungssensoren: Im Projekt Smartskin3D, ein Vorhaben des Instituts für Textilmaschinen und textile Hochleistungswerkstofftechnik an der TU Dresden, wurden aus einem Stück bestehende, komplexe 3D-Gestrickstrukturen entwickelt, die Sensorgarne enthalten. Ursprünglich für den Therapiebereich entwickelt, findet diese Innovation auch im Haushalt viele Anwendungsmöglichkeiten. Druckverteilungssensoren könnten feststellen, wenn jemand gestürzt ist und dann Alarm auslösen. Teppiche erkennen durch diese Sensoren zum Beispiel Schritte und markieren dann mit sanftem Licht den Weg durch den Raum.

Ein weiteres IGF-Forschungsprojekt, das auf dem Messestand sicher begeistern wird, ist ein Stoff, der zum Bildschirm wird. Anstelle von Platinen und Kabeln wird leitfähiges Garn auf Gewebe gestickt und mit LEDs verbunden. Die Kontakte werden zuverlässig per Laser gelötet. So entsteht ein flexibles Display, das sich nahtlos in textile Produkte einfügt. Die LEDs können akustisch angesteuert werden. Unterschiedliche Farben oder Helligkeit machen so Umgebungsgeräusche sichtbar: Musik, Türklingeln oder Alarme erscheinen als farbige Lichtsignale. Das eröffnet neue Möglichkeiten für barrierefreies Leben. Darüber hinaus ermöglicht das Projekt aus dem Textilforschungsinstitut Thüringen-Vogtland e. V. neue Wege, um recycelte PES-Fäden oder Naturfasern wie Brennnesseln sowie PLA-Fäden mit Naturfarbstoffen und biobasierten Hilfsmitteln zu färben. So entstehen langlebige, kreislauffähige Textilien in einem kontinuierlichen, ressourcenschonenden Prozess.

Ansprechpartner Nummer Eins für Forschung und Marktentwicklung

Das FKT koordiniert die Industrielle Gemeinschaftsforschung für die Textil- und Bekleidungsbranche, sorgt für die strategische Weiterentwicklung der Forschung für faserbasierte Werkstoffe und unterstützt den Transfer der Ergebnisse in den Mittelstand. „Die deutsche Textilindustrie gehört zu den innovativsten Branchen in Deutschland. Bundesweit gibt es allein 15 Textilforschungsinstitute, die in enger Zusammenarbeit mit den deutschen Textilunternehmen Hightech-Textilien sowie neue effiziente und nachhaltige Produktionsverfahren entwickeln. Das FKT berät die Kooperationspartner aus den Instituten und Unternehmen und ist Ansprechpartner Nummer Eins in Fragen der Forschung und Marktentwicklung“, betont Diebel.

Das 1951 gegründete und in Berlin-Mitte ansässige Forschungskuratorium Textil ist Gründungsmitglied der AIF.

Foto: © canva, Zeha Irish von Pexels

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