Klebtechnik für die Hightech Agenda Deutschland unverzichtbar

Kategorien: PressemitteilungenPublished On: 22. Februar 2026
Portraitfoto Jens Jerzembeck

Jens Jerzembeck

Köln, 23. Februar 2026. „Wer industrielle Innovation, Nachhaltigkeit und technologische Souveränität ernst meint, muss Klebtechnik als Schlüsseltechnologie aktiv mitdenken. Wer dies nicht tut, gefährdet die Entwicklung des Industrie- und Technologiestandortes von morgen“, erklärt Jens Jerzembeck, Vorstand der AIF – Allianz für Industrie und Forschung e.V. und Geschäftsführer der Forschungsvereinigung Schweißen und verwandte Verfahren e.V. des DVS. „Daher ist die explizite Benennung der Klebtechnik im Kontext nationaler Strategien wie der Hightech Agenda, der Industriestrategie und der Agenda Kreislaufwirtschaft erforderlich“, fordern Jerzembeck, Rainer Salomon von der AIF-Forschungsvereinigung Stahlanwendung e.V. (FOSTA), Prof. Dr. Rainer Marutzky vom internationalen Verein für technische Holzfragen e.V. (iVTH) sowie Dr. Andreas Förster von der DECHEMA – Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V.

Portraitfoto Dr. Matthias Heider

Dr. Matthias Heider

Ein Vierteljahrhundert Innovationsengagement

Die vier Forschungsvereinigungen sind seit mehr als einem Vierteljahrhundert wesentlich für die Förderung des Innovationsengagements von mittelständischen und Industrieunternehmen in diesem Bereich verantwortlich. Sie gründeten den Gemeinschaftsausschuss Klebtechnik, der die angewandte Forschung national wie auch international prägt und voranbringt. Die aktuelle „Roadmap Klebtechnik 2035“ des Ausschusses beinhaltet zum Beispiel eine Erweiterung der bisherigen Themen wie Kommunikation und Ausbildung mit dem Ziel einer Stärkung des öffentlichen Vertrauens in die Klebtechnik, die Förderung der Kreislaufwirtschaft, CO2-neutrale Klebverbindungen sowie die Prozesstechnik mit dem Ziel der adaptiven Klebtechnik. Überschrieben mit den Attributen „kreislauffähig, prognostizierbar und adaptiv“ stehen im kommenden Jahrzehnt vor allem die

Methoden der Prognose entlang der Prozesskette sowie der vernetzte Prognose-, Auslegungs- und Verarbeitungsprozess im Fokus der Klebtechnik-Forschung.

In enger Kooperation mit dem Industrieverband Klebstoffe e.V. (IVK) und der Fédération Européenne des Industries de Colles et Adhésifs (FEICA), dem International Committee for Certification of Adhesive Bonding Processes (ICCAP) und dem European Committee for Adhesive Bonding of Railway Vehicles (ECARV) sowie Universitäten, Hochschulen und angewandten F&E-Einrichtungen heben sie die Klebtechnik als Enabler für Schlüsseltechnologien hervor.

Enabler für Schlüsseltechnologien – branchenübergreifende Beispiele

Kaum eine Branche kann ohne Kleben und Fügen erfolgreich sein: von der Automobilindustrie, Luft- und Raumfahrt, Elektronik und Mikroelektronik über Bauwesen, Architektur, Schienenfahrzeugbau, Windkraft, Verpackungsindustrie, Medizintechnik bis hin zur Holz- und Möbelindustrie. Chip-Packaging, die sichere Fixierung empfindlicher Bauteile, sowie gezielte Wärme- und Isolationseigenschaften von Halbleitern lassen sich ohne Klebtechnik nicht realisieren. Im Automobilbau ermöglichen Kleb- und Dichtstoffe einen crashsicheren Leichtbau und reduzierte Emissionen oder bei Schienenfahrzeugen unter anderem wesentliche Schwingungs- und Geräuschdämpfung. Windkraftanlagen, Wasserstoffsysteme und stationäre Speichertechnologien sind auf hochbelastbare und lastübertragende Klebungen angewiesen.

Die Klebtechnik übernimmt aber nicht nur tragende funktionale und sicherheitsrelevante Aufgabe, sie leistet auch einen zentralen Beitrag in der Kreislaufwirtschaft. Kein Leichtbau ohne Kleben: Reparierbarkeit und Lebensdauerverlängerung, Ressourceneffizienz und funktionale Integration sind die Schlagworte, die ebenfalls mit der Klebtechnik direkt verbunden sind. So sind dank der Klebtechnik unter anderem auch eine saubere, energiesparende und nachhaltige Trennung von ganzen Bauteilen möglich. Die Forschung beschäftigt sich zum Beispiel erfolgreich mit dem „Einfrieren“ von geklebten Metallverbindungen, um sie unzerstört und ressourcenschonend für die Wiederverwendung zu trennen.

Die Klebtechnik ist damit ein wichtiger Baustein für Produktkonzepte im Sinne eines „circularity by design“.

Klebtechnik bedeutet technologische Souveränität, klimaneutrale Mobilität und industrielle Innovation

„Die Hightech Agenda Deutschland braucht Klebtechnik – nicht am Rand, sondern im Kern. Ohne die Schlüsseltechnologie Klebtechnik sind zentrale Ziele wie technologische Souveränität, klimaneutrale Mobilität, moderne Energieeinsparstruktur und industrielle Innovation kaum möglich“, erklärt AIF-Geschäftsführer Dr. Matthias Heider. Die AIF – Allianz für Industrie und Forschung ist das Forschungs- und Transfernetzwerk für Mittelstand und Industrie sowie Brückenbauer zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Unter ihrem Dach schließen sich industriegetragene Forschungsvereinigungen zusammen, die Unternehmen unterschiedlicher Größen und Branchen repräsentieren und Gemeinschaftsforschung organisieren.

„Die AIF sowie bedeutende wissenschaftliche Fachgremien, Industrieorganisationen, Hochschulen und Universitäten sowie Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen erklären die Klebtechnik seit Jahren eindeutig zur Zukunfts- und Schlüsseltechnologie für Transformation, Leichtbau und Nachhaltigkeit“, betont Heider abschließend.

Pressekontakt

AIF e.V., Frauke Frodl, presse@aif.de, T.: +49 30 64475 215, M.: +49 151 19621 541

Download: Stellungnahme der AIF „Klebtechnik für die Hightech Agenda Deutschland unverzichtbar“ (PDF-Datei)
Download: Portraitfotos Jens Jerzembeck (© DVS, Fotografie Neuhaus, 1.9 MB) und Dr. Matthias Heider (© AIF, 1,6 MB)
Download: AIF-Pressemitteilung „Klebtechnik für die Hightech Agenda Deutschland unverzichtbar“ (PDF-Datei)

zurück