Klebtechnik – Schlüsseltechnologie für die Hightech-Ausrichtung

Jens Jerzembeck am Pult
Köln, 12. Februar 2026. Die Klebtechnik prägt heute eine Vielzahl von Branchen – von Automobilindustrie, Luft- und Raumfahrt, Elektronik und Mikroelektronik über Bauwesen, Architektur, Schienenfahrzeugbau, Windkraft, Verpackungsindustrie, Medizintechnik bis hin zur Holz- und Möbelindustrie. In einem Auto sind beispielsweise bis zum 15 Kilogramm Klebstoff verbaut. Die Klebtechnik ermöglicht die Verbindung von Metallen, Kunststoffen, Glas und Verbundwerkstoffen schnell, effektiv und ressourcenschonend.
Gemeinsame, branchenüberreifende und zukunftsorientierte Forschung
Der Gemeinschaftsausschuss Klebtechnik (GA-K) lud am 10. und 11. Februar 2026 zu seinem 26. Kolloquium „Gemeinsame Forschung in der Klebtechnik“ ein. Mehr als 180 Fachleute aus Wissenschaft und Industrie trafen sich in Köln zum jährlichen Dialog über neueste Trends und Forschungen zu Klebstoffen
und Klebprozessen. Der GA-K besteht aus den drei AIF-Mitgliedern „Forschungsvereinigung Schweißen und verwandte Verfahren e. V. des DVS“, „FOSTA – Forschungsvereinigung Stahlanwendung e. V.“ und dem „Internationalen Verein für Technische Holzfragen e. V. (iVTH)“ sowie der „DECHEMA Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V.“.
Die AIF – Allianz für Industrie und Forschung e.V. ist der Dachverband industriegetragener Forschungsvereinigungen und ein einzigartiges, branchenübergreifendes und technologieoffenes Netzwerk in Deutschland. Die Forschungsvereinigungen spielen in der deutschen Forschungslandschaft eine besondere Rolle: Sie bündeln Forschungsinteressen von Unternehmen und fördern die Gemeinschaftsforschung zwischen Wirtschaft und Wissenschaft. Dabei ist das Förderprogramm Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie von zentraler Bedeutung. Die AIF engagiert sich für einen Ausbau und auch einen Bürokratieabbau innerhalb dieses erfolgreichen IGF-Programms zugunsten mittelständischer und Industrieunternehmen in Deutschland.
Jens Jerzembeck, Geschäftsführer der DVS Forschung und Vorstand der AIF, erklärt: „Klebtechnik ist als Querschnittstechnologie eine unverzichtbare Schlüsseltechnologie für die künftige Hightech-Ausrichtung Deutschlands. Sie ist eng mit der Entwicklung der produzierenden Branchen verzahnt und leistet einen maßgeblichen Beitrag zur Wertschöpfung in unserem Land.“ Die Klebtechnik habe sich als wirtschaftlich relevante, seriöse und qualitativ herausragende Fügetechnik über zahlreiche Branchen hinweg etabliert. Angelehnt an die Schweißtechnik wurden – maßgeblich durch den DVS – Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen sowie Qualitätsstandards geschaffen, die die zuverlässige Anwendung der Klebtechnik nachhaltig sichern.
Engagierter wissenschaftlicher Nachwuchs
In seiner Eröffnungsansprache legte Jerzembeck einen besonderen Fokus auf die „Forschungsroadmap Klebtechnik 2015 bis 2025“, die der Gemeinschaftsausschuss vorgelegt hat. Sie biete, „eine hervorragende Grundlage“, um die „zentralen Themen der Klebtechnik einzuordnen und sichtbar zu machen“. Es sei jetzt entscheidend, die darin formulierten Themen konsequent in neue Forschungsprojekte zu überführen und gemeinsam weiterzuentwickeln.
Nach eigener Aussage überraschte ihn hier die starke Präsenz der Themen Ausbildung, Weiterbildung und Kommunikation. Die intensive Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses wurde auch direkt vor Ort sichtbar: Zahlreiche junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler präsentierten ihre Forschungsergebnisse und nutzten das Kolloquium zum Networking mit der Industrie und den Expertinnen und Experten.
Nachhaltiges Paar: Klebtechnik und Kreislaufwirtschaft
Ferner standen die Themen Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit im Mittelpunkt. Die Klebtechnik ist eine hocheffektive Technologie – nicht nur in der Herstellung, sondern auch, wenn es um die materialerhaltende Trennung von Produktteilen, die später mit geringem Aufwand wiederverwendet können. So können heute beispielsweise ganze Teile aus einem alten Auto „geschnitten“ und nachgenutzt werden.
Das zweitägige Programm beinhaltete auch dazu eine Vielzahl von Parallel-Sessions, unter anderem zur Lebensdauer von Klebverbindungen im Stahl- und Anlagenbau, zu Metall-Glas-Klebungen im Bauwesen, zum effizienten Lösen von Stahl-Montageklebungen bis hin zu „Projekten zu biobasierten und CO2-neutraleren Klebstoffen“.
Bedarfe aus den Unternehmen direkt an die Forschung
Das Kolloquium steht vor allem für die direkte Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Unternehmen erhalten hier seit mehr als einem Vierteljahrhundert die Möglichkeit, neue Ideen und konkrete Bedarfe direkt an die wissenschaftlichen Einrichtungen heranzutragen. Die Vorträge und Präsentationen von Klebstoffproduzenten sowie zu zahlreichen IGF-Projekten aus unterschiedlichen Forschungsvereinigungen gaben einen sehr konkreten Einblick in die aktuelle Forschung und Anwendung.
Das nächste Kolloquium des Gemeinschaftsausschusses Klebtechnik ist für den 16. und 17. Februar 2027 geplant. Am Vortag des 27. Kolloquiums, am 15. Februar 2027, findet ein Workshop für Klebstoffanwender statt.
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AIF e.V., Frauke Frodl, presse@aif.de, T.: +49 30 64475 215, M.: +49 151 19621 541
Download Foto: Jens Jerzembeck, Geschäftsführer der Forschungsvereinigung Schweißen und verwandte Verfahren e.V. des DVS und Vorstand der AIF
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