„Kreislaufwirtschaft muss Vorfahrt gegeben werden“

Bundesumweltminister Carsten Schneider (3. von links) am DVGW-Stand auf der IFAT
8.5.2026 – Die IFAT Munich (ursprünglich: Internationale Fachmesse für Abwassertechnik) ist der wichtigste Branchentreffpunkt und das Zentrum des größten internationalen Netzwerks für Umwelttechnologien. In ihrem 60. Jubiläumsjahr – seit 1966 ist die IFAT Munich der globale Treffpunkt der Umwelttechnologiebranche – verzeichnete die Weltleitmesse neue Spitzenwerte: Rund 3.400 Aussteller und etwa 142.000 Besucher kamen vom 4. bis 7. Mai 2026 zur Messe. Unternehmen aus rund 60 Ländern und Regionen präsentierten auf 300.000 Quadratmetern innovative Lösungen für Wasser, Recycling und Circularity – und damit Antworten auf einige der drängendsten globalen Herausforderungen.
Nie zuvor war in den vergangenen sechs Jahrzehnten die strategische Relevanz von Umwelttechnologien so deutlich wie heute. Sie bieten in Zeiten von fragilen Lieferketten und geopolitischen Spannungen Lösungen für mehr Resilienz und Souveränität.
Die Anwesenheit politischer Entscheidungsträger machte die Bedeutung der Branche zusätzlich sichtbar – darunter die EU-Kommissarin für Umwelt, Wasserresilienz und eine wettbewerbsfähige Kreislaufwirtschaft Jessika Roswall, der Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit Carsten Schneider und der Bayerischer Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz Thorsten Glauber sowie Florian Bilic, Mitglied des Ausschusses für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit im Deutschen Bundestag und Berichterstatter für Kreislaufwirtschaft der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Schneider betonte auf der Messe, dass Umwelttechnologien Kernvoraussetzungen für Souveränität, Sicherheit und Wohlstand seien: „Die IFAT ist die zentrale Plattform für dieses wichtige Thema. Hier können sich Unternehmen, Politik, Kommunen und Verbände vernetzen und koordinieren.“
AIF-Mitglieder und -Partner auf der IFAT in München
Zu den Ausstellern und Gästen gehörten auch zahlreiche Mitglieder und Partner der AIF: das Institut für Baustoff-Forschung e.V. (FEhS), der DVGW Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches e.V. – Technisch-wissenschaftlicher Verein, der Gesamtverband textil+mode oder der Bundesverband Feuerverzinken e.V. AIF-Vorstand und FEhS-Geschäftsführer Thomas Reiche erklärte vor Ort: „In vielen Gesprächen und an vielen Ständen konnte man eindrucksvoll sehen, wie innovativ die Kreislaufunternehmen sind. Insgesamt 45 Prozent der Patente aus der Kreislaufwirtschaft werden von europäischen Unternehmen gehalten.“ Aus dem Kreislaufwirtschaftsforum des Bundesverbandes der deutschen Industrie e.V. (BDI) kommend, machte Reiche deutlich, dass auch dort die Regulatorik angemahnt wurde. Er führte dazu weiter aus: „Die politischen Rahmenbedingungen sind nicht so gestellt, dass Kreislaufwirtschaft Vorfahrt gegeben wird. Wir können dies für das Thema Baustoffe aus der Stahlindustrie sowie – über unsere Verbändeallianz – auch für andere Sekundärbaustoffströme nur bestätigen.“ Intensiv und gemeinsam würde an konkreten Vorschlägen gearbeitet, sodass viel mehr Kreislaufwirtschaft im Baustoffbereich möglich werden kann.
Auch der Geschäftsführer der AIF, Dr. Matthias Heider, besuchte die IFAT und tauschte sich mit den Vertreterinnen und Vertretern des BDI, des Bundesverbandes der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft e. V. (BDE), der AIF-Forschungsvereinigung DVGW oder des Recyclingunternehmens REMONDIS aus. Dabei kam es auch zu einem ausführlichen Gespräch mit dem Präsidenten der European Waste Management Association (FEAD) Herwart Wilms. Die FEAD ist der europäische Dachverband der privaten Entsorgungs- und Kreislaufwirtschaft. Sie vereint 20 nationale Verbände mit rund 3.000 Unternehmen und vertritt deren Interessen gegenüber den europäischen Institutionen.
Die nächste IFAT Munich findet vom 29. Mai bis 1. Juni 2028 statt.
Foto: © DVGW



