75 Jahre „Feuer und Flamme“ für Innovationen

Dr. Matthias Heider
5.4.2026 – „Feuerverzinken, das ist Mittelstand at it’s best. Das ist ehrliche, harte und immer wieder innovative Arbeit. Hier verbindet sich Innovation mit Zukunft. Wir brauchen Branchen wie Ihre, die sich aus eigenem Antrieb stetig neu erfinden und weiterentwickeln, die anpacken, auch wenn es schwierig wird und die den Blick stets nach vorne richten“, gratulierte Mona Neubaur, Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, zum 75. Jubiläum der Forschungsvereinigung Feuerverzinken e. V. auf dem Forschungskolloquium des Bundesverbandes Feuerverzinken e.V. (BVF) und des Institutes Feuerverzinken GmbH.
Unter dem Leitthema „75 Jahre Forschung für den Mittelstand: Gestern – Heute – Morgen“ kamen Vertreter aus Industrie, Wissenschaft und von Anwenderseite am 3. und 4. November 2026 in Düsseldorf zum fachlichen Austausch und zum Feiern zusammen.
Erfolgreiche Gemeinschaftsforschung
„Als die Forschungsvereinigung Feuerverzinken 1951 gegründet wurde, war die Bundesrepublik Deutschland gerade einmal zwei Jahre alt. Deutschland befand sich im Wiederaufbau – und Stahl wurde in großen Mengen gebraucht. Damals wie heute stellt sich die Frage, wie sich dieser wertvolle Werkstoff besser schützen, wirtschaftlicher einsetzen und länger nutzen lässt. Die Forschungsvereinigung Feuerverzinken hat diese Weiterentwicklung nicht nur begleitet – sie hat sie mitgestaltet. Und sie tut dies bis heute, im wahrsten Sinne des Wortes, mit Feuer und Flamme“, betonte Dr. Matthias Heider, Geschäftsführer der AIF, in seiner Keynote zu Beginn des Kolloquiums.
Die Forschungsvereinigung Feuerverzinken zeige seit einem Dreivierteljahrhundert, wie erfolgreich dieses System sein kann. Der Name ist zwar neu, die Gemeinschaftsforschung dahinter hat aber eine lange Tradition. Seit 1965 ist die Vereinigung Mitglied der AIF. Über ihre Träger sind heute rund 85 Feuerverzinkungsbetriebe eingebunden. Diese Betriebe verzinken jährlich mehr als eine Million Tonnen Stahl.
Leistungsfähige Strukturen und eine verlässliche Förderung
„Dahinter stehen eine große industrielle Kompetenz und ein Netzwerk, in dem Unternehmen gemeinsam an ihrer technologischen Zukunft arbeiten. Wie breit das inzwischen angelegt ist, zeigt allein das Programm dieses Forschungskolloquiums: Von Feuerwiderstand feuerverzinkter Stahlbauteile über innovative Lösungen für den Brückenbau bis zu sicherheitsrelevanten Anwendungen in der Infrastruktur und im Bevölkerungsschutz“, so Heider weiter. Der AIF-Geschäftsführer forderte: „Solche Forschung braucht leistungsfähige Strukturen und eine verlässliche Förderung.“
Der inhaltliche Fokus der Fachveranstaltung lag auf modernen Anwendungen der Feuerverzinkung. Darüber hinaus erörterten die Referentinnen und Referenten Wege zur Stärkung der Kreislaufwirtschaft durch „Design to Reuse“ für die direkte Wiederverwendung feuerverzinkter Stahlbauteile oder das Tragverhalten gleitfest-vorgespannter Schraubverbindungen.
Die zukunftsorientierte Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses der Branche widerspiegelte die Präsentation von vier neuen Promotionen im Bereich der Feuerverzinkung.
Ehrennadel verliehen
Begleitet wurde die Tagung von einer Fachausstellung sowie einer festlichen Abendveranstaltung im Düsseldorfer Rheinturm. Ein besonderer Moment über den Dächern der Stadt war die Überreichung der Ehrennadel des BVF an Prof. Dr. Ralf Feser. Damit wurde seine langjährige Aktivität als Vorsitzender des Forschungsbeirates sowie sein unermüdliches Engagement für die gesamte Branche gewürdigt.
Foto: © FV Feuerverzinken, Oliver Pickartz



