„BMWE lässt die Unicorns von der Leine“

Kategorien: PressemitteilungenPublished On: 24. Juli 2026
AIF-Geschäftsführer Dr. Matthias Heider auf Geländer am Fluss Spree lehnend, im Hintergrund das Reichstagsgebäude und das Paul-Löve-Haus, Copyright AIF

Dr. Matthias Heider

Bundeswirtschaftsministerium legt Startup- und Scaleup-Strategie vor: Weniger Bürokratie, mehr Kapital und bessere Wachstumschancen

Köln, 24. Juli 2026 – Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) hat seine neue Startup- und Scaleup-Strategie am 22. Juli 2026 vorgestellt. Ziel ist es, Deutschland zum führenden Gründerstandort Europas auszubauen und aus jungen Unternehmen die Weltmarktführer von morgen zu entwickeln.

„Damit lässt die Bundeswirtschaftsministerin die Unicorns von der Leine“, scherzt der Geschäftsführer der AIF – Allianz für Industrie und Forschung, Dr. Matthias Heider, und wird aber sofort konkret: „Die Forschungsvereinigungen der AIF, unter deren Dach kleine und mittelständische Unternehmen sowie Start-ups forschen, kämpften in den vergangenen Jahren enorm mit

bürokratischen Hürden. Diese bremsten die dringend notwendigen Innovationen, die über die branchenübergreifende, technologieoffene und vorwettbewerbliche Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) entstehen, teilweise aus.“ Heider verweist darauf, dass in Folge dieser von den AIF-Forschungsvereinigungen koordinierten Forschungsprojekte häufig auch Start-ups von den beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern gegründet wurden. „Sie sorgen dafür, dass die entwickelten Innovationen direkt in die Produktion, in den Markt transferiert wurden“, so der AIF-Geschäftsführer weiter.

Initiative „Schneller Gründen“ soll Boom unterstützen

Die Bundesregierung verweist auf einen anhaltenden Gründungsboom: In diesem Jahr wurden bislang mehr als 3.000 Start-ups gegründet. Um diese Dynamik zu verstärken, soll die Unternehmensgründung künftig vollständig digital möglich sein. Mit der Initiative „Schneller Gründen“ müssten Gründer ihre Daten nur noch einmal eingeben. Das Gesetz zur Gründungsbeschleunigung soll bis Ende 2026 in Kraft treten.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Finanzierung. Mit der WIN-Initiative will die Bundesregierung die privaten Investitionszusagen für Wagniskapital auf mehr als 25 Milliarden Euro verdoppeln. Der Zukunftsfonds wird unter dem Dach des Deutschlandfonds über 2030 hinaus fortgeführt und auf Zukunftsbranchen wie DeepTech, BioTech und DefenceTech ausgerichtet. Ergänzend sollen neue Wachstumsfonds aufgelegt und die Beteiligung der KfW Capital an großen Finanzierungsrunden ausgebaut werden.

Um Fachkräfte zu gewinnen und langfristig zu binden, plant das BMWE eine praxisgerechtere Mitarbeiterkapitalbeteiligung. Gleichzeitig sollen steuerliche Erleichterungen geprüft und hochvergütete Arbeitsverhältnisse flexibler gestaltet werden. Auch die öffentliche Hand will künftig eine stärkere Rolle als erster Kunde innovativer Unternehmen übernehmen. Start-ups sollen Direktaufträge in Höhe bis zu 100.000 Euro erhalten können und Vergabeverfahren beschleunigt werden.

Innovationsökosystem unter der Dachmarke „Startup Germany“

Darüber hinaus setzt die Strategie auf ein stärkeres Innovationsökosystem. Programme wie EXIST und die Startup Factories werden ausgebaut, Hochschulausgründungen gefördert und Kooperationen zwischen Startups, Mittelstand und Industrie intensiviert. Unter der Dachmarke „Startup Germany“ sollen die Akteure des Ökosystems gebündelt und die Expansion deutscher Startups unterstützt werden.

Pressekontakt

AIF e.V., Frauke Frodl, presse@aif.de, T.: +49 30 64475 215, M.: +49 151 19621 541

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