Deutscher Stahlbautag 2026 – Impulse für die Zukunft

24.9.2026 – Wie verändert Künstliche Intelligenz die Arbeitswelt im Mittelstand? Welche Antworten braucht die deutsche Wirtschaft auf Transformation, demografischen Wandel und wachsenden Wettbewerbsdruck? Welche technischen Entwicklungen bestimmen die Zukunft des Stahlbaus? Der Deutsche Stahlbautag brachte am 17. und 18. September 2026 in Bielefeld Fachleute aus Stahlbau, Planung, Wissenschaft und Wirtschaft zusammen. Zwei Tage lang standen aktuelle Entwicklungen aus Technik und Forschung sowie aktuelle strategische Fragen der Stahlbaubranche im Mittelpunkt.
Erkenntnisse aus der Stahlbauforschung und Normung in die Praxis übermitteln
Der Deutsche Stahlbautag gehört seit Jahrzehnten zu den zentralen Treffpunkten der deutschen Stahlbaubranche. Technische Innovationen, neue
Anforderungen an Planung und Ausführung, Nachhaltigkeit und Digitalisierung treffen auf Fragen nach Wettbewerbsfähigkeit, Führung und der Zukunft des Wirtschaftsstandorts Deutschland. Die traditionsreiche Veranstaltung der Branche wird maßgeblich von bauforumstahl e.V. gemeinschaftlich mit Partnern wie der Forschungsvereinigung Stahlanwendung e.V. (FOSTA) getragen, um neue Erkenntnisse aus der Stahlbauforschung und Normung in die Praxis zu übermitteln. FOSTA ist seit 1971 Mitglied der AIF. Auch der Deutsche Ausschuss für Stahlbau (DASt), unter der Geschäftsführung von Gregor Machura, ist seit 67 Jahren Mitglied der AIF. Machura ist darüber hinaus Hauptgeschäftsführer vom bauforumstahl e.V. und dem Deutschem Stahlbau-Verband e.V.
Den Auftakt setzte Prof. Dr. Bertold Meyer mit seiner Keynote „Arbeitswelt im Doppelwandel“. Seine Themen sind die Chancen und Risiken, die Künstliche Intelligenz und der demografische Wandel für mittelständische Unternehmen mit sich bringen: Fachkräfte werden knapper, Arbeitsprozesse verändern sich und neue digitale Möglichkeiten stellen Unternehmen vor die Aufgabe, ihre Strukturen und Geschäftsmodelle weiterzuentwickeln.
Technik und Forschung
Der erste Kongresstag bot parallele Vortragsreihen zu Normung und Forschung, innovativen Stahlbauprojekten sowie Wirtschaft und Recht. Das Spektrum reichte von der Zukunft der Eurocodes und neuen Möglichkeiten zur Stahlidentifikation für Re-Use und Retro-Fit über Korrosionsschutz und Verschraubungen im Stahlbau bis hin zu aktuellen Entwicklungen bei KI, Robotik und automatisierter Fertigung.
Wie leistungsfähig und vielseitig moderner Stahlbau ist, zeigten zahlreiche aktuelle Projekte. Vorgestellt wurden unter anderem die neue Elbebrücke der A14 bei Wittenberge, die Gottleubatalbrücke, der Fahrbahnplattentausch an der historischen Hängebrücke Köln Mülheim sowie die moderne Fertigungsstätte für Schienenfahrzeuge in Berlin. Einen besonderen Blick über die deutschen Grenzen hinaus ermöglichte das begehbare Kreuz für die Sagrada Família in Barcelona.
Nachhaltigkeit bleibt dabei ein wesentliches Thema. Fachbeiträge beschäftigten sich unter anderem mit der Bewertung von Ingenieurbauwerken, der CO₂-Reduktion im Brückenbau sowie mit technischen Voraussetzungen für Re-Use und Retro-Fit. Am Beispiel der Direktreduktionsanlage in Salzgitter wurde deutlich, welche Rolle der Stahlbau bei der Umsetzung großer industrieller Transformationsprojekte übernimmt.
Preisverleihungen und Ausstellung
Im Rahmen der Abendveranstaltung wurden der Preis und der Sonderpreis des Deutschen Stahlbaues sowie die Ingenieurpreise des Deutschen Stahlbaues verliehen. Die Auszeichnungen würdigten Projekte, die beispielhaft für die Qualität und Innovationskraft des modernen Stahlbaus stehen. Sie zeigten, wie anspruchsvolle Architektur und herausragende Ingenieurleistungen zusammenwirken und welche Lösungen mit Stahl heute möglich sind.
Unter dem Leitthema „Wirtschaft, Führung und Resilienz“ ging es am zweiten Kongresstag darum, wie Unternehmen auf wirtschaftliche Unsicherheiten, strukturelle Veränderungen und neue Anforderungen reagieren können.
Eine begleitende Fachausstellung bot die Gelegenheit, sich über Produkte, Technologien und Dienstleistungen für den modernen Stahlbau zu informieren.
Foto: © Canva, firemanYu, Getty Images



