Forschungsförderung für Mittelstand ist Standortsicherung

Dr. Matthias Heider
AIF fordert dringend IGF- und ZIM-Mittelaufstockung im Bundeshaushalt 2027
Köln, 6. September 2026 – „Zukunftsfähigen Wohnungsbau, Straßenbau, Brückenbau, Energiesicherheit, Dekarbonisierung und vieles mehr garantiert der Mittelstand tagtäglich in unserem Land. Um wirtschaftlich erfolgreich und nachhaltig handeln zu können, sind die mittelständischen Unternehmen auf die eigene Innovationskraft angewiesen. Vor diesem Hintergrund sehe ich die geplanten Kürzungen für die Forschungsförderprogramme Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) und das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) im Haushalt 2027 als absolut kontraproduktiv für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Stattdessen hier – der Mittelstand macht mehr als 90 Prozent der deutschen Wirtschaft aus – zu investieren, hätte einen extrem hohen Wirkungsgrad“, analysiert Dr. Matthias Heider,
Geschäftsführer der AIF – Allianz für Industrie und Forschung e.V., wenige Tage vor Beginn der ersten Lesung zum Bundeshaushaltsgesetz 2027 im Deutschen Bundestag.
Hightech Agenda sollte Industrieforschung stärken
„Angesichts der Ankündigungen in der Hightech Agenda Deutschland, die IGF und das ZIM zu stärken, ist das Gegenteil passiert. So geht es nicht, wenn man auf Wachstum einzahlen will“, wird Heider deutlich.
Was ist „passiert“? Die Regierung plant im kommenden Jahr für das ZIM und das Innovationsprogramm für Geschäftsmodelle und Pionierleistungen (IGP) 539,2 Millionen Euro ein; im 2026er Haushalt waren es noch 558,4 Millionen Euro. Massiv wären die Einschnitte auch bei der IGF: Hier soll 2027 um 13,2 (2026: 178,5 Millionen Euro) auf 165,3 Millionen Euro gekürzt werden. Das Förderprogramm Innovationskompetenz (INNO-KOM) würde 67 Millionen Euro im kommenden Jahr erhalten; 2026 wurden hier noch 71,5 Millionen Euro vergeben.
ZIM- und IGF-Mittel mit schneller und nachhaltiger Wirkung
Die AIF und ihre Mitglieder, Forschungsvereinigungen aus nahezu allen Branchen, appellieren an die Abgeordneten im Haushalts-, Wirtschafts- und Forschungsausschuss des Deutschen Bundestages, sich zumindest für den Erhalt der IGF- und ZIM-Mittel auf dem Stand von 2026 intensiv einzusetzen. „Nur wenige Millionen Förderung können das gesamte Land nachhaltig voranbringen, denn das Forschungsengagement von hunderttausenden Unternehmen schafft schnell und wirkungsvoll Produkte und Technologien, die nicht nur Wettbewerbs- und Weltmarktfähigkeit, sondern auch qualifizierte Arbeitsplätze generieren“, betont der AIF-Geschäftsführer und ergänzt: „Ein Euro Forschungsförderung ‚verwandeln‘ die innovationsaffinen Unternehmen am Ende in ein Vielfaches an Steuereinnahmen.“
Forschungsvereinigungen – Ökosystem der Gemeinschaftsforschung
Die AIF-Forschungsvereinigungen, die das Forschungsengagement von zahlreichen kleinen und mittleren sowie Industrieunternehmen mit Hochschulen und Instituten koordinieren, sind das Ökosystem der Industriellen Gemeinschaftsforschung. Gleichzeitig realisieren sie den Transfer der Ergebnisse von vorwettbewerblicher, technologieoffener und branchenübergreifender Forschung in den gesamten Mittelstand. „Effektiver geht’s nicht“, resümiert Heider.
„Auch um Quanten- und Fusionstechnologien auf den Weg zu bringen, brauchen wir die ergebnisorientierte Basis der angewandten Forschung von KMU und Start-ups“, führt er fort. Ohne Oberflächenforschung gäbe es in Deutschland keine moderne Chipproduktion, ohne Stahlforschung oder brandschutzerforschte Betonwände keine Rechenzentren, ohne Faserforschung keine sicheren medizinischen Produkte, Polizeiuniformen oder auch Dachbegrünungen, ohne Hüttenschlackenforschung keine Düngemittel für die Lebensmittelproduktion. Die Liste der Innovationen, hervorgegangenen aus der Industriellen Gemeinschaftsforschung, ließe sich unbeschränkt erweitern, beschreibt Heider und erinnert dringend an eine Korrektur der Mittelplanung für die Forschungsförderprogramme IGF und ZIM im Bundeshaushaltsgesetz 2027.
AIF fordert eine Milliarde für die Industrieforschung
Laut AIF, die seit mehr als sieben Jahrzehnten als Brückenbauer zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik agiert, wäre eine Milliarde Euro für die Mittelausstattung dieser Forschungsförderprogramme des Bundesmnisteriums für Wirtschaft und Energie (Einzelplan 09 im Bundeshaushaltsgesetz) nötig: 600 Millionen Euro für das ZIM, 300 Millionen Euro für die IGF und 100 Millionen Euro für INNO-KOM.
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