Friedrich-Meuser-Preis 2026: Forschung mit hohem Anwendungsbezug

Prof. Dr. Friedrich Meuser, Dr. Kerstin Risse, Dr. Götz Körner (v.l.)
22.9.2026 – Dr. Kerstin Risse wurde am 10. September 2026 mit dem Friedrich-Meuser-Forschungspreis 2026 ausgezeichnet. Mit diesem Preis würdigt der Forschungskreis der Ernährungsindustrie e.V. (FEI) herausragende Dissertationen, die durch wissenschaftliche Exzellenz, Innovationspotential und hohe wirtschaftliche Anwendungsrelevanz überzeugen. Er ist nach dem langjährigen Leiter des Wissenschaftlichen Beirats des FEI, Prof. Dr. Dr. Friedrich Meuser, benannt, wird seit 2019 jährlich vergeben und ist mit 2.500 Euro dotiert.
Basis für die Entwicklung stabilerer Lebensmittel
Mit ihrer Dissertation „Rethinking the interfacial behaviour of surfactants and their interactions with proteins. A structure, temperature and time-dependent approach“ liefert Risse grundlegende Erkenntnisse über die
Vorgänge an Öl-Wasser-Grenzflächen. Damit schafft sie eine wissenschaftliche Basis für die Entwicklung stabilerer Lebensmittel und die Optimierung industrieller Herstellungsprozesse.
Emulsionen sind ein zentraler Bestandteil zahlreicher Lebensmittel – von Milchprodukten über Saucen und Feinkostprodukte bis hin zu veganen Alternativen. Ihre Qualität und Stabilität hängen maßgeblich von den Vorgängen an der Grenzfläche zwischen Öl und Wasser ab. Die Wissenschaftlerin untersuchte, wie die molekulare Struktur von Tensiden, die Zusammensetzung der Ölphase sowie Temperatur und Zeit das Zusammenspiel von Tensiden und Proteinen beeinflussen. Dabei konnte sie erstmals systematisch nachweisen, dass beide Emulgatortypen unter bestimmten Bedingungen nicht nur miteinander konkurrieren, sondern sich auch gegenseitig bei der Stabilisierung von Emulsionen unterstützen. Die Erkenntnisse schaffen die wissenschaftliche Grundlage für eine gezieltere Auswahl von Emulgatoren und Prozessbedingungen in der industriellen Lebensmittelherstellung.
Dissertation hat hohe industrielle Relevanz
„Damit verbindet die Dissertation in besonderer Weise wissenschaftliche Originalität, grundlegenden Erkenntnisgewinn und hohe industrielle Relevanz“, würdigt der FEI-Vorsitzende Dr. Götz Kröner die Arbeit von Dr. Kerstin Risse. Der Preis wurde ihr im Rahmen der FEI-Jahrestagung in Stuttgart-Hohenheim durch Kröner überreicht.
Die Dissertation von Dr. Kerstin Risse wurde von Prof. Dr. Stephan Drusch betreut und entstand an der Technischen Universität Berlin (FG Lebensmitteltechnologie und -materialwissenschaften) im Rahmen eines durch den FEI koordinierten Projekts der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF).
Praxisorientierte Lebensmittelforschung
Der FEI ist eines der Gründungsmitglieder der AIF. Dem Forschungskreis gehören durch direkte Mitgliedschaft sowie über 45 Wirtschaftsverbände und Branchenorganisationen rund 6.000 Unternehmen der deutschen Lebensmittelindustrie und über 30.000 Betriebe des Lebensmittelhandwerks an.
Schwerpunkt seiner Aktivitäten ist die Förderung praxisorientierter Lebensmittelforschung. Der FEI koordiniert jährlich rund 100 Projekte IGF und kooperiert mit über 120 Forschungseinrichtungen.
Foto: © FEI | Michaela Wohlleber



