IGF-Projekt des Jahres 2026

v.l.: Dipl.-Ing. Jens Jerzembeck, Dr.-Ing. Lutz-Michael Berger (IKTS), Maximilian Grimm (TU Chemnitz), Lukas Tegelkamp, Dr. rer. nat. Susan Conze, Univ.-Prof. Dr.-Ing. habil. Thomas Lampke (TU Chemnitz)
Industrielle Gemeinschaftsforschung: Projekt des Jahres 2026 ersetzt kritische Rohstoffe für die Industrie
30 Millionen Euro zusätzlich für IGF-Projekte aus Nordrhein-Westfalen
Berlin, 30. September 2026 – Hartmetalle bestimmen unsere Wirtschaft: im Maschinenbau, Hightech-Bereich, in der Energie- und Automobilindustrie oder Luftfahrt. Um die Oberflächen, zum Beispiel einer Bremsscheibe, zu sichern und langlebig zu machen, müssen bisher Schwermetalle wie Wolfram und Cobalt genutzt werden. Die seltenen Rohstoffe kommen vor allem in China, Russland, Kongo und Australien vor; ihre Nutzung verursacht damit besondere Abhängigkeiten und ist erheblich kostenintensiv.
Alternative zu Wolfram und Cobalt
Junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Technischen Universität Chemnitz und des Fraunhofer-Instituts für Keramische Technologien und Systeme (IKTS) in Dresden forschten unter dem Dach der AIF-
Forschungsvereinigung Schweißen und verwandte Verfahren e.V. des DVS erfolgreich nach einer Alternative: Ihr Forschungsprojekt innerhalb der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) „NbC-basierte Hartmetallzusammensetzungen als strategischer Werkstoffersatz für WC-Co in der Oberflächentechnik“ setzt auf einen alternativen Werkstoff auf Basis von Niobcarbid. Dr. rer. nat. Susan Conze vom IKTS und Lukas Tegelkamp von der TU Chemnitz nahmen dafür die Auszeichnung zum IGF-Projekt des Jahres 2026 am 29. September in Berlin entgegen.
Zu den drei Nominierten für das IGF-Projekt des Jahres 2026 gehörte auch das Projekt „Entwicklung eines kontinuierlichen Spinnprozesses für ionenfunktionalisierte Biopolymerfasern auf Basis von Chitin (Kationenfunktionalisierte Chitinfasern)“, das von dem Forschungskuratorium Textil e.V. (FKT) begleitet und von Dr.-Ing. Irina Kuznik von der Technischen Universität Dresden in einem Pitch präsentiert wurde. Hier ist ebenfalls die Einsparung von wertvollen Ressourcen sowie die Nutzung von alternativen, nachwachsenden Rohstoffen das Ziel der erfolgreichen Forschung. Auch das FKT ist Mitglied der AIF – Allianz für Industrie und Forschung.
Forschungsvereinigungen sind Betriebssystem der IGF
„Wir sind stolz, dass unter den drei nominierten Forschungsprojekten gleich zwei von AIF-Forschungsvereinigungen koordiniert werden und gratulieren den Preisträgern sehr herzlich. Die Forschungsvereinigungen bilden das ‚Betriebssystem‘ der Industriellen Gemeinschaftsforschung. Ihre branchenübergreifende Expertise, das breite Netzwerk von zehntausenden Unternehmen und Forschungseinrichtungen und nicht zuletzt ihr herausragendes Engagement für den Wissenstransfer zugunsten des deutschen Mittelstandes ermöglichen seit Jahrzehnten den Erfolg des weltweit einmaligen und hoch effizienten IGF-Förderprogrammes“, erklären Johannes Diebel, Präsidiumsmitglied der AIF und FKT-Geschäftsführer, und Jens Jerzembeck, AIF-Vorstand und Geschäftsführer der Forschungsvereinigung Schweißen und verwandte Verfahren e.V. des DVS.
Zusätzliche 30 Millionen Euro für spezielle IGF-Projekte treffen auf Begeisterung
Die Mitglieder und Vertreter der AIF – Allianz für Industrie und Forschung engagieren sich dauerhaft – insbesondere während der aktuellen Bundeshaushaltsverhandlungen – für eine verbesserte Mittelausstattung des IGF-Programmes. Die Mitglieder der AIF und deren Partner wie die Deutsche Industrie und Handelskammer und der Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. fordern eine Milliarde Euro für die Förderung der angewandten Industrieforschung: 300 Millionen Euro für die IGF, 600 Millionen Euro für das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand und 100 Millionen Euro für INNO-KOM.
So traf die Ankündigung des Bundeswirtschaftsministeriums von zusätzlichen 30 Millionen Euro für spezielle IGF-Projekte in Nordrhein-Westfalen auf Begeisterung. „Wir freuen uns, dass es gelingt, diese Mittel an die Industrielle Gemeinschaftsforschung zu binden und damit weitere Forschungsprojekte in Industrie und Mittelstand zu realisieren“, betont der Geschäftsführer der AIF, Dr. Matthias Heider. „Weitere Einzelheiten werden dazu noch erwartet.“
In einer erstmaligen Kooperation von Bund und NRW werden aus den Finanzmitteln im Rahmen des Investitionsgesetzes Kohleregionen 30 Millionen Euro dem F&E-Förderprogramm IGF zur Verfügung gestellt. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) und das Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen unterstützen so mit neuen Impulsen durch unternehmensnahe Forschung gemeinsam die Transformation und Wettbewerbsfähigkeit im Rheinischen Revier, heißt es aus dem BMWE.
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