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CORNET feiert 15-jähriges Jubiläum

Das internationale Netzwerk CORNET, das Programme der Gemeinschaftsforschung miteinander verknüpft, feiert in diesem Jahr sein 15-jähriges Bestehen. Es startete am 1. März 2005 als eines von ca. 70 Projekten der ERA-NET-Initiative (European Research Area Network) und wurde während einer Laufzeit von drei Jahren durch das Sechste Rahmenprogramm der Europäischen Kommission finanziell unterstützt.

Ziele des ERA-NET CORNET

Projektziel war es, eine Plattform für den Austausch zwischen nationalen und regionalen Förderprogrammen im Bereich der Gemeinschaftsforschung zu schaffen, die zur Erreichung eines Europäischen Forschungsraums beitragen sollte. Forscher sollten in die Lage versetzt werden, zum Nutzen europäischer kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) grenzüberschreitend zu arbeiten, wodurch die Duplizierung von Forschungstätigkeiten in Europa vermieden werden sollte. Die neuen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (EU) sollten in ihren Bemühungen unterstützt werden, Förderprogramme für Kollektivforschung einzuführen. Ein weiteres Ziel war es, eine Entscheidung über eine gemeinsame Finanzierung von Projekten zu treffen.

Erwartungen der EU-Kommission

Den offiziellen Startschuss für das ERA-NET Projekt CORNET gaben die Vertreter von 23 europäischen Ministerien und Fördereinrichtungen, die das Entscheidungsgremium „Council“ bildeten, am 21. Juni 2005 in Köln. Der Projektverantwortliche seitens der Europäischen Kommission, Wolfgang Wittke, der an dem Treffen teilnahm, erinnert sich an die Erwartungen, die er damals hatte: „Bei der Initiierung der ERA-NETs war es unser klares Ziel, Netzwerke zu etablieren, die über die Dauer der EU-Förderung hinaus tragfähig werden.“

Finanzierung der Pilotprojekte von Anfang an

Die aus heutiger Sicht wichtigste Entscheidung des Council war die Einrichtung einer Arbeitsgruppe „Kick-Start Projects“ (Pilotprojekte). Diese hatte die Aufgabe, fünf handverlesene grenzüberschreitende Pilotprojekte gemeinsam zu evaluieren und die positiv evaluierten Projekte zu finanzieren. Mitglieder dieser Task Force waren nicht nur die beteiligten Förderorganisationen, sondern auch die Koordinatoren der geförderten Projekte, wodurch ein direktes Feedback der Projektdurchführenden an die Förderorganisationen gewährleistet wurde.

Förderorganisationen haben viel gelernt

Drei der fünf beantragten Pilotprojekte wurden positiv evaluiert und gefördert. In diesem Prozess lernten die CORNET-Partner viel über ihre jeweiligen nationalen Förderprogramme und deren Gemeinsamkeiten, aber auch über die Unterschiede. Es stellte sich heraus, dass Selbstverständlichkeiten der Begutachtung und Förderung von Forschungsprojekten wie „Antrag“, „Förderfähigkeit“, „Evaluierung“ oder „Förderquote“ in jedem Land eine andere Ausprägung haben, dass jedes Förderprogramm über eigene Zeitpläne und Entscheidungsprozesse verfügt und die Schwierigkeit darin besteht, diese Aspekte in grenzüberschreitenden Projekten inhaltlich und zeitlich zu synchronisieren.

Nutzen bis heute

Von den Ergebnissen der Arbeitsgruppe „Kick-Start Projects“, die über die Jahre weiterentwickelt wurden, profitieren Antragsteller in CORNET bis heute: Es gibt ein einheitliches englischsprachiges Antragsformular für das gesamte CORNET-Projekt, feste Fristen für die Antragseinreichung sowie einheitliche Begutachtungskriterien.

Präsident Johann Wilhelm Arntz: KMU im Blick behalten

Der damalige Präsident der AiF, Johann Wilhelm Arntz, der das Familienunternehmen ARNTZ GmbH + Co. KG in Remscheid leitete, gab den Teilnehmern des Kick-Off Meetings einen Ratschlag mit auf den Weg: „Bei all unseren Diskussionen und Aktivitäten sollten Sie immer daran denken, dass Gemeinschaftsforschung zum Nutzen kleiner und mittelständischer Unternehmen durchgeführt wird. Als Vertreter eines solchen Unternehmens fordere ich Sie dringend auf, dies als oberste Leitlinie immer im Blick zu behalten.“

Weichen für die Zukunft gestellt

Die Teilnehmer am Kick-off Meeting wussten damals noch nicht, dass dieses Treffen die Weichen für den Aufbau eines Netzwerkes stellen würde, das auch 15 Jahre später noch existiert. Wolfgang Wittke: „Ich freue mich zu sehen, dass unser Ziel, mit CORNET eine nachhaltige Struktur zu etablieren, erreicht wurde.“ Heute ist CORNET ein Netzwerk, das allen Ländern weltweit offensteht und sich auf seine Kerntätigkeit konzentriert: die Organisation von gemeinsamen Ausschreibungen für internationale Projekte der Gemeinschaftsforschung. (di)

Foto: pexels